Ich würde zunächst einige wenige Erinnerungen auswählen, die den Charakter der verstorbenen Person wirklich zeigen, statt den gesamten Lebenslauf nachzuerzählen. Besonders stark finde ich Geschichten oder kleine Eigenheiten, bei denen die Zuhörer sofort erkennen, um wen es geht.
Als Anregung kann man sich auch berühmte Trauerreden anschauen, zum Beispiel unter
https://freieredner-ausbildung.com/beruehmte-trauerreden/. Dort werden sehr unterschiedliche Reden aus verschiedenen Epochen betrachtet und jeweils herausgearbeitet, warum bestimmte Formulierungen oder rhetorische Mittel so stark wirken.
Für meine eigene Rede würde ich daraus aber keine Sätze übernehmen, sondern eher beobachten, wie persönliche Nähe, Werte und Erinnerungen miteinander verbunden werden. Interessant finde ich besonders den Gedanken, nicht nur darüber zu sprechen, was jemand getan hat, sondern welche Haltung und welche Eigenschaften von dieser Person in Erinnerung bleiben.
Beim Schreiben würde ich anschließend alles streichen, was nach einer austauschbaren Standardfloskel klingt. Am Ende wäre mir eine kürzere, ehrliche Rede mit zwei oder drei wirklich passenden Erinnerungen deutlich lieber als ein langer Text, der zwar feierlich klingt, aber wenig über den Menschen selbst erzählt.